Infos zu Santa Caterina del Sasso

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In der Höhe von Leggiuno steht mit dem in den senkrecht aufragenden Felsen hineingebauten Klosterkomplex ein einzigartiges kunsthistorisches Zeugnis, das in seiner ästhetischen Einmaligkeit in zahllosen Veröffentlichungen für die Schönheit des gesamten Lago Maggiore steht. Man erreicht das Kloster entweder mit dem Schiff von Stresa oder von einem großen Parkplatz bei Reno nahe der Uferstraße.Quelle: lavenomombelloedintorni.it

Nach der Gründungslegende erlitt im 12. Jahrhundert der selig gesprochene reiche Tuchhändler Alberto Besozzi Schiffbruch und versprach für den Fall seiner Rettung, dem heiligen Nikolaus von Bari, dem Patron aller Schiffbrüchigen, sein Vermögen zu verschenken und sein Leben als Einsiedler zu verbringen. Nach seinem Tod entstand an der Stelle seiner Einsiedelei ein kleines Dominikanerkloster.

Vom Parkplatz kommend sieht man Teile des nicht öffentlich zugänglichen Klostergartens und kommt zum Eingangsbau und Kapitelsaal des sog. Südklosters. Der ursprünglich gotische Bau wurde im 17. Jahrhundert um einen weiteren Stock erhöht, dabei wurden die mittelalterlichen Fresken weitgehend zerstört. Zwei größere Reste wurden wieder freigelegt, bemerkenswert die Kreuzabnahme mit realistischen Darstellungen zeitgenössischer Ritterrüstungen. Durch einen Innenhof, der sich wie alle offenen und geschlossenen Räume des Klosters zum See hin öffnet, kommt man vorbei an einer Weinpresse und kommt zum „Conventino“ (Klösterchen), der in seinem Portikus (1508) einen Totentanz aus dem 17. Jahrhundert enthielt, der sich aber nun im städtischen Museum von Varese befindet. Nun öffnet sich der vielfach abgebildete Blick zum Kirchenkloster, der Glockenturm ist über dem Felsabsturz zum See errichtet. Der Kirche, über deren Vorderteil sich die Mönchszellen des ältesten Klosterbaus befinden, ist ein Renaissance-Portikus (1508) vorgebaut.

Innen wurden großflächige Fresken mit mit männlichen und weiblichen Heiligen aufgedeckt, die Aurelio Luini, dem Sohn von Bernardino Luini zugeschrieben werden (Anfang 16. Jahrhundert). Man betritt zunächst einen Gang, rechts davon liegt, durch eine Pfeilerwand getrennt, die Kirche der Santa Caterina, also der heiligen Katherina von Alexandrien. Auf dem Hochaltar dieser Hauptkirche des Klosters vom Anfang des 17. Jahrhunderts befindet sich ein Altarbild, das alle Hauptpersonen versammelt: den heiligen Nikolaus von Bari im Bischofshabit, die Gottesmutter mit Kind, die heilige Katharina und den seligen Alberto Besozzi.

Rechts schließt sich die Kirche San Nicolà an (1307-1310), in deren Kreuzrippengewölbe die Fresken aus der Entstehungszeit gefunden wurden: Christus ist von den vier Evangelistensymbolen umgeben, daneben der heilige Papst Gregor der Große und der heilige Amrosius, alle gehüllt in kostbare Gewänder. Diese spätromanischen Fresken, geschult an klassischen byzantinischen Werken, sind von höchster künstlerischer Meisterschaft.

Links von der Nikolauskirche befindet sich die Kapelle Santa Maria Nova mit einer bemalten Holzstatue der Madonna del Carmine aus dem 17. Jahrhundert. Über eine Stufe schließt sich der älteste Teil an, rechts die Capella dei Sassi, als Kapelle der Felsbrocken mit der Urne des Seligen, geradeaus das Sacello, die aus dem Fels gehauene und von einem säulengetragenen Kuppelbau überhöhte Einsiedlerzelle von 1195(?). In der Kapelle der Felsbrocken wurden 1535 die Gebeine des Gründers gefunden. Der Name der Kapelle rührt von Felsstürzen, die 1640 oder 1660 zwar das Dach der Kapelle zerschlugen, aber wunderbarerweise die Einsiedlerzelle verschonten. 1910 zerschlug ein neuerlicher Felssturz das Gewölbe, bei den Restaurierungsarbeiten der 80er Jahre wurde auch der bröckelnde Fels über dem Kloster mit einem Stahlkorsett saniert. An der Ostwand der Kapelle der Felsbrocken befindet sich ein Triptychon aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert, Giovanni Pietro Crespi zugeschrieben.

Nach der kunst- und kulturhistorischen Sehenswürdigkeit Santa Catarina del Sasso bietet sich im benachbarten Reno am flachen Seeufer ein Badestopp an, denn bei der Weiterfahrt nach Süden bleibt die Straße meist recht weit vom Seeufer entfernt.

Etwas landeinwärts liegt Leggiuno. Das kleine Kirchlein SS. Primo e Feliciano mit seinem Campanile aus dem 11. Jahrhundert besitzt ein Portal, das sich aus römischen Säulen und etwas plumpen Kapitellen des 9. Jahrhunderts zusammensetzt. Daneben finden sich noch einige römische Grabdenkmäler.

Die ältesten Zeugnisse des Klosters stammen vom Anfang des 14. Jahrhunderts, im Ostteil der Kirche des heiligen Nikolaus (Kirche San Nicolà) wurden bei den langjährigen Restaurierungsarbeiten (1978-1992) kunsthistorisch bedeutende Fresken aus dem frühen 14. Jahrhundert (1307-1320) freigelegt. In den Folgejahren weitete sich der Klosterkomplex aus und drei weitere Kirchen entstanden, teilweise ineinander verschachtelt, deren einzelne Bauperioden aber deutlich erkennbar geblieben sind.

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